Lydia Herrmann

Herr Lydmann

Lydia steht gerne mal auf, wenn andere erst ins Bett gehen. Als studierte und ausgezeichnete Gamedesignerin ist sie freiberuflich als Marketingmanagerin sowie Autorin „Herr LÿÐmann“ tätig und schreibt gerade an ihrem ersten Buch, das auf ihrer Masterarbeit „Liebe in digitalen Spielen“ basiert. „Ganz nebenbei“ betreibt sie mehrere Blogs (u.a. Der Selbstoptimierer).

Lydia, wie sieht Deine Morgenroutine aus?

In meinen wirklich krassen Zeiten sah die Routine so aus:

Ich bin um 2.30 Uhr aufgestanden, habe 2 Stunden Sport gemacht (meistens Laufen im Sportstudio) und habe mich zu Hause geduscht (erst warm, dann kalt – warum? Es kurbelt die Fettverbrennung an, hilft gegen Muskelkater und verbessert die Abwehrkräfte. Es verschönert Haut und Haare, da das kalte Duschen dafür sorgt, dass sich die Schuppenschicht der Haut eher schließt. So beugt man allgemein Falten und Spliss vor. Außerdem ist es dann auch nicht mehr so kalt wenn man aus der Dusche steigt.). Danach habe ich meinen Körper mit Cremes gepflegt, dann lecker Frühstück gegessen (Haferbrei mit Obst) und mich für zwei Stunden an meinen Roman gesetzt, bevor ich mich geschminkt und schick angezogen habe, um für meinen Vollzeitjob fertig zu sein. (Wie ich es geschafft habe, so früh aufzustehen, kannst Du hier nachlesen.)

Inzwischen bin ich selbstständig und muss nicht mehr pünktlich 9 Uhr an meinem Arbeitsplatz sitzen. Die Routine pflege ich immer noch, nur stehe ich jetzt erst zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr auf. Ich habe im Laufe der Monate feststellen müssen, dass man einen extrem verschobenen Tagesrhythmus bekommt (der entgegen der Gesellschaft läuft) und soziale Kontakte darunter leiden. Außerdem fing meine Arbeitsleistung spätestens ab 15 Uhr an, rapide abzunehmen. Wenn man Vollzeit arbeitet, ist man quasi 1/3 des Tages nicht mehr richtig auf dem Dampfer – daher ist 4 Uhr bis 4:30 Uhr auch die angenehmere Zeit, weil man erst spätestens um 20.30 Uhr im Bett liegen muss (und noch mit Freunden chatten und telefonieren kann).

Ich war als Kind auch schon immer so früh wach (Pubertät zählt ja nicht) und es war für mich wirklich schrecklich, dass ich immer so lange warten musste, bis der Rest der Familie wach war. Ich hab mich dann immer sehr gelangweilt, weil selbst die Trickfilmserien irgendwann doof waren. Wenn ich nach 20 Uhr verabredet bin, dann stehe ich den nächsten Tag einfach später auf, gehe aber trotzdem zum Sport (oder hole den Sport an einem Samstag nach).

Wie lange folgst Du Deiner Morgenroutine bereits?

Seit 2011, nach Beenden meines Studiums.

Hat sich Deine Morgenroutine in den letzten Jahren verändert?

Ja, statt um 2:30 Uhr aufzustehen, habe ich die Zeit nach hinten verschoben auf 4 Uhr bis 4:30 Uhr. Wenn man nämlich 2:30 Uhr aufsteht, muss man logischerweise schon um 18:30 Uhr im Bett liegen. Zu dieser Uhrzeit fängt aber für die meisten erst der Feierabend an und wenn man dann noch telefonieren möchte mit Freunden und Familie, rufen die eben erst um 20 Uhr an (also dann, wenn man schon schlafen muss). Der Rhythmus verschiebt sich also in eine sehr unangenehme Richtung, zumal man auch direkt ins Bett gehen muss, wenn man nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt.

Da ich jetzt selbstständig bin, kann ich es mir inzwischen erlauben, erst zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr aufzustehen und dann meine Routine zu pflegen.

Wann gehst Du ins Bett?

Inzwischen gehe ich zwischen 20 Uhr und 20:30 Uhr ins Bett.

Tust Du etwas vor dem Schlafengehen, das Dir das Aufwachen erleichtert?

Definitiv! Ebenso wie eine Morgenroutine, habe ich auch eine Abendroutine: Ich schminke mich ab, putze mir die Zähne, creme mich ein, mache alles aus, was ausgeht (Handy, Computer etc.) und lese auch kein Buch mehr! Im Bett liegen heißt: Schlafen.

Benutzt Du einen Wecker? Falls ja, drückst Du den „Snooze“-Button?

Ich benutze zwei Wecker. Einen lege ich mir ans Bett und stelle ihn auf 4 Uhr. Sollte ich aus Versehen einschlafen, habe ich einen zweiten Wecker auf meinem Festnetztelefon, der dann um 4:15 Uhr klingelt. Um diesen auszumachen, muss ich aufstehen – das ist der ultimative Trick!

Wann nach dem Aufwachen isst Du Frühstück und wie sieht es typischerweise aus?

Ich esse erst Frühstück, nachdem ich meine Sportroutine absolviert habe. Mein Frühstück besteht aus 100g groben Haferflocken die ich mit schwarzem Tee aufgieße und quellen lasse, Dazu gibt es jeweils drei Sorten Obst, die ich jeden Tag austausche. Ich püriere das Obst und mische es mit den aufgequollenen Haferflocken. (Zum Rezept)

Machst Du morgens Sport?

Oh ja! Das kann ich nur empfehlen! Ich gehe von Montag bis Freitag immer in mein Fitnessstudio, das rund um die Uhr geöffnet hat. Als ich noch um 2.30 Uhr aufgestanden bin, war ich dort ganz alleine (bis auf das Putzpersonal und die Security) und hatte alle Geräte für mich. Zwischenzeitlich kannte ich sogar einige mit Namen (aber leider hat die Putzfirma gewechselt…) und wir haben uns auch immer kurz unterhalten. Ich war bei ihnen: “Die Fleißige” 😉

Bei meiner aktuellen Aufwachzeit bin ich gegen 4:45 Uhr im Studio und da sind dann auch schon ein paar mehr Leute da, die morgens Sport machen.

Bei einem so hohen Sportpensum (5x/Woche) ist es empfehlenswert, dass man abwechselnd Cardiotraining und Krafttraining macht. Bei mir sieht das dann so aus: Montag, Mittwoch, Freitag Laufen und Dienstag, Donnerstag Kraftsport an den Geräten.

Meditierst Du morgens?

Nein. Ich meditiere manchmal abends, wenn ich nicht einschlafen kann. Dazu benutze ich oft geführte Meditationen von Youtube.

Beantwortest Du Mails und Nachrichten direkt nach dem Aufwachen oder wartest Du damit bis später?

Ja das ist ein Fehler. Ich mache genau das: Wenn ich aufwache, schnappe ich mir mein Handy und beantworte WhatsApp-Nachrichten, Mails etc…

Ist, denke ich, nicht so gut… 😉

Nutzt Du Apps oder Produkte, um Deinen Schlaf oder Deine Morgenroutine zu verbessern?

Nein.
(Oder zählt mein Google Kalender dazu?)

Wann checkst Du das erste Mal Dein Handy / Deine E-Mails?

Direkt nach dem Aufwachen (nicht empfehlenswert). Sollte ich vielleicht nach dem Sport beim Frühstück machen…

Folgst Du Deiner Morgenroutine auch am Wochenende oder änderst Du einige Schritte?

Am Wochenende schlafe ich aus (wenn ich es montags bis freitags zum Sport geschafft habe). Sollte ich es einmal nicht geschafft haben, gehe ich Samstag nochmal, damit ich die fünf Sporttage voll habe.

Sonntag ist aber absolut heilig, hier gehe ich nur in Notfällen nochmal zum Sport (beispielsweise, wenn ich es nur 3x geschafft habe).

Ansonsten schreibe ich am WE eher sporadisch am Roman, je nachdem, wie ich Lust habe. Irgendwann muss ich ja auch die Bude putzen und meine Wäsche machen…

Wenn Du unterwegs bist: Kannst Du Deine Morgenroutine an Dein jeweiliges Umfeld anpassen?

Ja, in Teilen. Als ich noch in einem Arbeitnehmerverhältnis war, habe ich die Routine so umgestellt, dass ich dann an dem Ort, an dem ich war (Geschäftsreise und auch generell Urlaub) morgens draußen joggen war und dann an meinem Laptop an meinem Roman gearbeitet habe.

Wenn Du Deine Morgenroutine nicht einhältst: Welchen Einfluss hat das auf Deinen Tag?

Ich habe schlechte Laune und komme nicht so schnell in die Gänge wie sonst. Ich fühle mich mies, weil ich meine Routine nicht durchgeführt habe und jetzt am Wochenende nochmal früh aufstehen muss.

Vielen Dank, Lydia!


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