Benjamin Floer

Benjamin Floer

Benjamin Floer ist Pastoralreferent, Blogger und Podcaster. Für seinen Beruf als katholischer Seelsorger zieht er gemeinsam mit seiner Familie regelmäßig innerhalb seines Bistums um – seine Routine nimmt er mit. Seelsorger haben häufig keinen wirklichen Alltag, keine festen Arbeitszeiten und keinen Feierabend – Benjamin hat sich genau diesem Thema angenommen und betreibt erfolgreich den Blog Christliches Zeitmanagement.

Benjamin, wie sieht Deine Morgenroutine aus?

An sechs Tagen in der Woche wecken mich meine Hue Lampe und meine Apple Watch um 5:00 Uhr morgens auf. Ich gehe als erstes in die Küche und bereite mir meinen Kaffee zu. Mit diesem schleiche ich dann durchs Kinderzimmer in mein Büro. Nach einem kurzen Gang ins Bad ziehe ich meine am Vorabend im Büro zurechtgelegten Klamotten an. Dann schaue ich ein inspirierendes Video aus der „Andachtsapp“ auf meinem Smartphone.
Ich schaue danach in den Kalender und bete. „Herr, du hast mir diesen Tag geschenkt. Vieles, von dem was auf mich zukommt, weiß ich schon. Anderes wird mich überraschen. Lass du mich offen für beides sein, das Bekannte und das Unbekannte. Und vor allem lass mich nie vergessen: Du bist bei mir, egal was geschieht.“ Meistens schaue ich dann noch eine Minute aus dem Fenster. Leider sieht man im Herbst und Winter um diese Uhrzeit nicht sehr viel. Dann lese ich etwa 10 Minuten in einem Buch oder in der Pocket App.

Jetzt startet mein Tag richtig: Für jeden Wochentag suche ich mir bei der Wochenplanung die wichtigste Aufgabe heraus. Diese erledige ich jetzt zuerst. Es folgen alle Aufgaben des Tages, die ich im Büro erledigen kann. Erst, wenn ich dann noch Zeit habe, beantworte ich meine E-Mails.

Meine Kinder holen mich gegen 7:30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück – das ist das absolute Highlight meiner Morgenroutine! Oft habe ich anschließend Zeit, mit den Kindern zu spielen und sie in den Kindergarten zu bringen. Erst danach beginnt mein Tag außerhalb meines Büros.

Es gibt nur eine Ausnahme von dieser Routine: Wenn ich von meiner Lampe und meinem Vibrationswecker nicht wach werde, schlafe ich logischerweise weiter. Dann holt sich der Körper den Schlaf, den er braucht. Meistens wache ich dann gegen 6 Uhr auf und starte meine Routine. Ganz wichtig: Ich habe dann keinerlei Gewissensbisse!

Wie lange folgst Du Deiner Morgenroutine bereits?

Eine Morgenroutine habe ich jetzt seit etwa 2 Jahren. Zweimal im Jahr überprüfe ich meine Routine und tausche Elemente ggf. aus.

Hat sich Deine Morgenroutine in den letzten Jahren verändert?

Ja. Ich ändere meine Routine immer mal wieder. Aber nicht so oft, dass es keine Routine mehr ist.

Wann gehst Du ins Bett?

Ich mache täglich um 23 Uhr das Licht aus. Früher ins Bett zu gehen macht für mich, wegen der vielen Abendtermine, keinen Sinn. Letzte Woche habe ich zweimal bereits um 22 Uhr geschlafen und wurde beide Male ohne Wecker um 4 Uhr wach.

Tust Du etwas vor dem Schlafengehen, das Dir das Aufwachen erleichtert?

Ja, ebenso wie eine Morgenroutine, habe ich eine Abendroutine:

Um  22:00 Uhr mache ich alle Bildschirme aus. Daran erinnert mich ein Vibrationswecker am Handgelenk. Ich kontrolliere dann, ob die wichtigste Aufgabe für morgen früh noch aktuell ist. Bei mir stehen diese Aufgaben auf einem Planungsboard an der Wand, aber ein Zettel auf dem Schreibtisch funktioniert ebenso (Voraussetzung ist, dass Dein Schreibtisch in einem Zustand ist, in dem Du Zettel wieder findest). Der Grund ist einfach: Wenn ich morgens im Bett nicht direkt weiß, womit ich heute starten will, bleibe ich meistens liegen. Anschließend räume ich noch ein wenig auf, so kann ich mich morgens auf eine ordentliche Wohnung freuen. Da ich tagsüber immer viel zu wenig trinke, setze ich mich hin und trinke noch einen halben Liter Wasser.

Ich setze mich auf meine Bettkante und schaue zurück auf den Tag. Anschließend lege ich alles Erlebte in Gottes Hände. Tagsüber arbeite ich mit einem Einsatz, als wenn es Gott nicht gäbe, als wenn es nur auf meinen Einsatz ankäme – und abends lege ich alles in seine Hände, als wenn es mich nicht gäbe. So ergänzen wir uns prima. 😉

Vor dem Einschlafen lese ich noch einige Seiten und sobald ich müde werde, drehe ich mich zur Seite und schlafe innerhalb weniger Minuten ein.

Halte ich das immer ein? Natürlich nicht, ab und zu erlaube ich mir, davon ab zu weichen – zum Beispiel, wenn ich sehr müde bin oder ein toller Boxkampf kommt. Trotzdem bereite ich immer den nächsten Tag vor und schaue auf den Vergangenen dankbar zurück.

Benutzt Du einen Wecker? Falls ja, drückst Du den „Snooze“-Button?

Ja, ich benutze meine Apple Watch als Wecker. Durch die Vibrationen können meine Kinder, und daher auch meine Frau, weiter schlafen. Die Snoozefunktion nutze ich gar nicht. Ich stehe sofort auf.

Wenn Du eine Snoozefunktion haben möchtest, dann empfehle ich Dir die Wecker-App der Caritas: Damit spendest Du für jedes Drücken der Snoozetaste einen von Dir festgelegten Betrag. Das hilft Dir entweder beim schnelleren Start in den Tag – oder anderen Menschen. Ein Win-Win-Wecker!

Wann nach dem Aufwachen isst Du Frühstück und wie sieht es typischerweise aus?

Mein Frühstück nehme ich mit den Kindern gegen 7.30 Uhr ein, also etwa 2,5 Stunden nach dem Aufstehen. Üblicherweise mischt sich jeder von uns sein eigenes Müsli oder ich mache Smoothies für alle.

Machst Du morgens Sport?

Nein. Ich gehe im Laufe des Tages spazieren und erledige dabei alle Telefonate mit meinem Kopfhörer.

Meditierst Du morgens?

Ich bete. Meditieren ist aber besser als einfach nur rumzusitzen. 😉

Beantwortest Du Mails und Nachrichten direkt nach dem Aufwachen oder wartest Du damit bis später?

Ich warte ab. Bevor ich das tue, was andere von mir wollen, kümmere ich mich erst um die Dinge, die ich mir vorgenommen habe.

Nutzt Du Apps oder Produkte, um Deinen Schlaf oder Deine Morgenroutine zu verbessern?

Meinen Schlaf überwache ich nicht mehr. Das ist mit kleinen Kindern nur frustrierend. Innerhalb meiner Morgenroutine nutze ich die App „Andachtsapp“ und manchmal das Tagesevangelium vom Domradio. Meine wichtigste Tagesaufgabe finde ich im Todoist.

Wann checkst Du das erste Mal Dein Handy / Deine E-Mails?

Die E-Mails lese ich kurz vor oder direkt nach dem Frühstück und dann noch einmal am Nachmittag – das reicht! Mein Handy checke ich nach dem Frühstück im Laufe des Vormittags.

Folgst Du Deiner Morgenroutine auch am Wochenende oder änderst Du einige Schritte?

Es gibt eine Ausnahme. Am Montag ist mein freier Tag und meine Frau ist so lieb und lässt mich dann ausschlafen. Ich starte meine Routine also später und ohne alle Elemente, die etwas mit meiner Arbeit zu tun haben.

Wenn Du unterwegs bist: Kannst Du Deine Morgenroutine an Dein jeweiliges Umfeld anpassen?

Meine Routine ist unabhängig vom Ort. Ich mache das auch im Urlaub (dann gegen 6 Uhr) oder auf Fortbildungen. Dank meines Handys habe ich auch immer gute Blogartikel zum Lesen dabei.

Wenn Du Deine Morgenroutine nicht einhältst: Welchen Einfluss hat das auf Deinen Tag?

Wenn ich meine Routine einmal nicht ausüben kann, komme ich schlechter in die Gänge. Ich habe den ganzen Tag über weniger Energie und bin gestresst, denn meine wichtigste Aufgabe sitzt mir dann im Nacken. Außerdem hätte ich weniger Zeit zum Spielen mit meinen Kindern am Nachmittag. Das ist meine beste Motivation, keine Ausrutscher zuzulassen.

Vielen Dank, Benjamin!


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Du findest Benjamins Morgenroutine spannend? Dann lies weiter in seinem eBook zum Thema: „Der magische Morgen und Abend – Morgenroutine und Abendritual für erfolgreiche Erwachsene


Viel Spaß!


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